# 4-Tage Woche – mehrere Modelle, die in einen Topf geworfen werden!

- URL: https://hr-passionista.com/4-tage-woche-modelle-vorteile-und-mythen-im-ueberblick/
- Veröffentlicht: 2023-04-20
- Aktualisiert: 2026-01-20
- Autorin: Marion Eppinger (HR-Passionista)
- Kategorien: Change, New Work & Transformation

> 4-Tage-Woche im Vergleich: Verschiedene Modelle, Chancen und Herausforderungen für Unternehmen und Mitarbeitende.

##### Die 4-Tage Woche ist in aller Munde. Sie soll das Allheilmittel gegen den Fachkräftemangel sein. Mehr Flexibilität in der Arbeitszeit stärkt die Arbeitgeberattraktivität und durch mehr Freizeit soll eine gleichbleibende bzw. höhere Produktivität gewährleistet sein. Das alles und noch viel mehr verspricht man sich von diesem neuen Arbeitszeitmodell.

### **2 Modelle, die oft als eines verkauft werden**

Aus meiner Warte jedoch wird hier sehr oft von **zwei Paar Schuhen** gesprochen – man **vermischt** die **verkürzte Arbeitszeit mit gleichem Gehalt** und **die komprimierten Stunden, also Vollzeit auf 4 Tage aufgeteilt**, miteinander. Doch **beide Modelle unterscheiden sich wesentlich** von einander. Lasst uns das mal im Detail genauer betrachten:

#### **Variante A
****“Die echte 4-Tage Woche”**

*Verkürzte Arbeitszeit bei Vollzeitgehalt:
4 Tage, ca. 30h bei vollem Gehalt*

Hier wird den **Mitarbeiter\*innen angeboten**, ihre **Arbeitszeit zu reduzieren**, also anstatt **5 Tagen nur 4 Tage die Woche arbeiten** zu müssen. Die **Arbeitszeit** wird dabei um einen Tag (meist 8 Stunden) **reduziert, das Vollzeitgehalt bleibt weiter bestehen.**

Ein wirkliches **Goodie von Arbeitgeber\*innen** für ihre Mitarbeiter\*innen. Und natürlich muss man sich das **als Unternehmen leisten können / wollen.** Wenn tatsächlich die **Produktivität bei diesem Modell** mindestens **gleich bleibt oder auch steigt** – dann würde das **wirtschaftlich durchaus Sinn machen**. Damit es gut **funktioniert** müssen aus meiner Sicht aber **gewisse Rahmenbedingungen gegeben sein.**

###### **Wie funktioniert’s?**

-   **Vertrauensvolle Unternehmenskultur** – so ein Modell setzt voraus, dass man sich **gegenseitig vertraut und offen mit dem Thema Arbeitszeit umgeht** (weg von Presentism, also nur die Anwesenheit zählt nicht die Leistung, hinzu: Ziele vereinbaren und diese in der verfügbaren Zeit abzuarbeiten)
-   Es braucht **klare Vorgaben,** wie das Modell in der Praxis von **Mitarbeiter\*innen und Führungskräften gelebt werden soll
    **
-   **Überstundenregelung** – was passiert, wenn man doch mal **länger arbeiten** muss? **Auszahlung oder ausgleiten?** Oder ist es einfach ein **Geben und Nehmen?
    **
-   **Effizienzsteigerungsmaßnahmen** – wenn **weniger Zeit** zur Verfügung steht, muss irgendwo Zeit eingespart werden. **Prozesse zu überdenken und schlanker gestalten** ist hier ein absolutes Muss.

#### Wer hat dieses Modell schon erfolgreich umgesetzt?

**Firmen wie [Whatchado](https://www.whatchado.com/de/), [Ueberall Scene](https://www.uberall-scene.com/) oder [epunkt](https://www.epunkt.com/?utm_source=googleads&gclid=Cj0KCQjwxYOiBhC9ARIsANiEIfaAhcD9fc15yAfSu7QngA5uDz1GtXmmjrD8nTPj4pHxcKDxEv-a2CgaAvijEALw_wcB) haben den Schritt bereits gewagt** – alles jedoch Firmen mit **unter 300 Mitarbeiter\*innen** einer überschaubaren Mitarbeiter\*innenzahl und durchaus **“straight forward” Arbeitszeitmodellen**. Spannend wäre zu wissen, ob große Unternehmen mit hoher Mitarbeiter\*innenzahl mit diesem Modell auch erfolgreich sein könnten? **Vorreiter** ist hier sicher **Großbritannien**, da haben es bereits viele große Unternehmen, wie **[Gov.uk](https://www.gov.uk/) oder [Unilever](https://www.unilever.co.uk/) mit ihren Mitarbeiter\*innen ausprobiert.** Ein voller Erfolg laut den UK-Medien! **In Belgien ist dieses Modell sogar schon gesetzlich verankert seit Februar 2022.**

#### **Variante B
“Die aktuell verkaufte 4-Tage Woche”**

*Komprimierte Stunden:
Vollzeit aufgeteilt auf 4 Tage bei vollem Gehalt*

Mitarbeiter\*innen wird angeboten, ihre **volle Arbeitszeit in 4 Tagen zu absolvieren,** um so einen **freien Tag mehr in der Woche** zu haben. Dies bedeutet, dass man statt 8h pro Tag (bei einer 40h Woche) 10h pro Tag arbeitet. **Das Vollzeitgehalt bleibt weiter bestehen.**

Ein wichtiger Punkt bei diesem Modell ist jedoch, dass es **arbeitgeberfreundlicher** ist. Zuschläge für “Überstunden” fallen hier weg, da man ja von vornherein länger arbeiten darf/soll. Wenn der Arbeitstag dann doch länger als 10h werden sollte, gibt es natürlich wieder eine Überstundenregelung.

###### **Wer kam denn auf diese Idee?**

Diese **Art der Arbeitsgestaltung** kommt ursprünglich daher, **Spitzenzeiten** (z.B. saisonbedingte Produktionsspitzen) besser **abzudecken**. Dieses Modell, das ich noch gut aus meinen **UK-Zeiten aus 2002-2008 kenne,** war dort schon **gang und gäbe und hat mich damals schon begeistert.**

Eigentlich ist dieses **Modell ein alter Hut,** der jetzt gerade wieder **ein Hoch erlebt.**

Ich persönlich war **als junger Mensch ein Fan dieses Modells,** da ich sehr **viel gereist bin und meine Reisezeiten für mich so flexibler gestaltbar waren**. Aus heutiger Sicht wäre es für mich **als Working Mum nicht mehr umsetzbar** – zwischen 9-10 Stunden am Tag zu arbeiten und das gleich 4 Tage hintereinander, würde **mit der Kinderbetreuung eine Herausforderung.** Die **aktuellen Betreuungsmöglichkeiten decken diese Arbeitszeiten nicht ab**, und sofern nicht eine **Home Office Regelung** möglich ist, **sehe ich dieses Modell als Widerspruch.**

#### Wer hat dieses Modell schon erfolgreich umgesetzt?

Produktionsunternehmen wie **[KTM](https://ktmgroup.com/) haben es probiert**, doch haben den **Versuch** dann wieder **gestoppt**. Als großes Produktionsunternehmen ist es natürlich eine **klare Herausforderung,** das **alt bekannte Schichtarbeitssystem an nur 4-Tage anzupassen.** Was macht man schließlich, wenn am 5. Tag keine Maschinen bedient werden?

Auch die **Supermarktkette [Lidl](https://www.lidl.at/?gclid=Cj0KCQjwxYOiBhC9ARIsANiEIfZFCUkKuegRhPDbtTR4cpLryMSfx3TS4IaOEfF9ptONTAY7LPm3kNsaAj4PEALw_wcB) probiert es gerade aus.** **Offizielle Erfahrungswerte** dazu gibt es im Moment **noch nicht,** da man noch in der “Trialperiod” ist. Die **komprimierte Arbeitswoche wird im [25hours Hotel](https://www.25hours-hotels.com/) bereits seit 2022 gelebt.** Das Hotel ist mit dem Modell sehr **zufrieden und kommuniziert ihren Erfolg damit auch in den Medien.**

![](https://hr-passionista.com/media/2023/04/austrian-national-library-EXgfRVFJK4M-unsplash-scaled-1-768x510.webp)

### **Die letzte Arbeitszeitreform brachte uns den freien Samstag**

Die **letzte Reform der Arbeitszeit liegt schon einige Zeit zurück** (nach dem 2. Weltkrieg) –  damals hat man auch die **Arbeitszeit reduziert,** der Samstag ist nämlich weggefallen und hat damit die **40 Stunden Woche gebracht.** 

### Was waren die Folgen?

Unternehmen haben weiterhin **Gewinne gemacht und die Produktivität ist kontinuierlich gestiegen**. Die **Erfahrungswerte** der Vergangenheit sprechen also dafür, dass das Modell der **verkürzten Arbeitszeit bei Vollzeitgehalt funktioniert** und **Vorteile** mit sich **bringt.** **Wirtschaftlich** gesehen gibt es aber natürlich auch **Bedenken**.

Der **Stundenlohn steigt für Mitarbeiter\*innen** und **zusätzlich Arbeitskräfte müssen ein gewisses Maß der Stunden abdecken**, damit das Modell funktioniert. Außer **Unternehmen expandieren/skalieren,** so kann natürlich die **Produktivität auch noch substantiell erhöht werden.**

![](https://hr-passionista.com/media/2025/11/DSC01841-Edit.jpg)

### Mein Fazit

Im Fall Arbeitszeit gibt es meiner Meinung nach **keinen “one size fits all” Approach.** 

Mein **Vorschlag** ist mit den **Mitarbeiter\*innen zu sprechen und deren Bedürfnisse zu verstehen.** Wollen Mitarbeiter\*innen überhaupt eine 4-Tage Woche? Jeder ist in einer **unterschiedlichen Lebensphase mit unterschiedlichen Ansprüchen,** das sollte **berücksichtigt werden** und **nicht blind jedem Trend gefolgt werden** – das wäre mein Rat. 

Dass die **Arbeitszeit revolutioniert werden muss,** steht außer Frage, das **Gesetz alleine ist schon lange nicht mehr zeitgemäß und entspricht keinesfalls der “New Work” Philosophie** – Arbeits- & Privatleben zu verbinden. Die **Überarbeitung der gesetzlichen Grundlage** wäre für mich zuerst die **höchste Priorität,** um **Mitarbeiter\*innen mehr Flexibilität zu gewähren** und damit dem **Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken.** *Belgien ist mit gutem Beispiel voran gegangen,* **es wäre auch für uns an der Zeit nachzuziehen.**

Lucius Annaeus Seneca hat schon gesagt:

> ***„Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.“***