# Die Kunst der Veränderung: Warum sie unausweichlich ist und wie wir sie meistern können

- URL: https://hr-passionista.com/die-kunst-der-veraenderung-leadership-transformation/
- Veröffentlicht: 2024-06-07
- Aktualisiert: 2026-02-27
- Autorin: Marion Eppinger (HR-Passionista)
- Kategorien: Change, Change Management

> Wie Führungskräfte Veränderung erfolgreich gestalten: Strategien, Haltung und Praxis für nachhaltige Transformation in Organisationen.

##### In einer Welt, die sich kontinuierlich wandelt, steht Veränderung ganz oben auf der Agenda. Doch warum ist es so, dass Veränderung oft mit einer **negativen Assoziation** behaftet ist?

Diese Frage beschäftigt viele von uns. Vielleicht liegt es daran, dass Veränderungen oft mit **Unsicherheit und Unbehagen** einhergehen. Das Ungewisse, das Neue – es kann **beängstigend** sein.

Warum es trotzdem wichtig ist, sich auf **Veränderungen einzulassen**, wie der Change-Prozess abläuft und was man dabei bedenken muss, habe ich für dich zusammengefasst.



### Größte Veränderung im Leben

Doch lasst uns einen Moment **innehalten** und über eine Veränderung nachdenken, welche die meisten von uns anstreben und welche zugleich eine der größten Veränderungen im Leben darstellt: **die Beziehung**. Der Schritt, plötzlich nicht mehr allein zu sein, sich abstimmen zu müssen, **Kompromisse zu schließen** und **Verantwortlichkeiten zu teilen**, mag zunächst herausfordernd erscheinen. Doch letztendlich gehen wir diese Herausforderung ein, weil wir wissen, was uns am Ende dieser Veränderung erwartet: einen Menschen an unserer Seite zu haben, mit dem wir unser **Leben** gerne **gemeinsam bestreiten** möchten.

### Die Veränderung der Arbeitswelt

Betrachten wir unser Leben im Rückblick, erkennen wir, dass **Veränderungen** einen **festen Platz** in unserem Alltag eingenommen haben. Vom Jobwechsel über Digitalisierung bis hin zu virtuellem Arbeiten – die Welt um uns herum verändert sich **ständig und schnell**. Doch trotz ihrer Allgegenwart gibt es Unternehmen, die Veränderungen ignorieren und sogar verschlafen haben. Namen wie Nokia, Blackberry, Kodak und Thomas Cook erinnern uns daran, dass **Passivität** in einer sich wandelnden Welt die **falsche Überlebensstrategie** ist.

Wir müssen die Art und Weise, wie wir Veränderungen angehen, **bewusst steuern.** Wir sollten offen sein für Neues, Fehler verzeihen und uns als **„Early Adopters“** positionieren.

Early Adopters sind Menschen, die die neuesten technischen Errungenschaften oder die neuesten Varianten von Produkten oder modischen Accessoires nutzen.



### Das Tal der Tränen

Doch Veränderung ist **kein linearer Prozess**. Elisabeth Kübler-Ross‘ Modell des „Tals der Tränen“ zeigt uns, dass Veränderung in **Phasen** verläuft.

-   Phase 1 - Schock: eine Veränderung kommt auf uns zu!
-   Phase 2 - Verneinung: Ungläubigkeit, wir suchen nach Beweisen, dass es nicht stimmt.
-   Phase 3 - Frustration: Erkenntnis, dass es stimmt - manchmal mit Wut verbunden.
-   Phase 4 - Depression: Energielosigkeit und scheinbare Ausweglosigkeit.Listenelement
-   Phase 5 - Erkundung: Loslassen und erste Beschäftigung mit sich bietenden Chancen.
-   Phase 6 - Anpassung: für den neuen Weg, die Energie kommt zurück.
-     Phase 7 - Integration: Die neuen Situation wird gelebt.

Alle 7 Phasen müssen **durchlaufen** werden, ohne eine zu überspringen. Und obwohl es ein linearer Prozess ist, funktioniert es oft nicht beim ersten Mal! Es kann sein, dass man in einem Change Prozess einzelne Phasen mehrmals durchlaufen muss, da sich immer wieder etwas verändern kann. Hier gibt es also **kein Schema F.**

Von der Verleugnung bis zur Akzeptanz durchlaufen wir einen Prozess, der uns **wachsen** und uns **stärker** werden lässt. Eine Phase auszulassen ist grundsätzlich möglich, ABER irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo es uns wieder zurückwirft und wir uns mit dieser “ausgelassenen” Phase beschäftigen müssen.


> ###### *Stirbt ein Haustier, holt man sich in der Regel nicht am selben Tag ein Neues. Macht man es doch, wird immer wieder auf das “alte” Haustier referenziert und das Neue hat eigentlich keine Chance sich zu integrieren, da der Verlust und die damit einhergehende Veränderung nicht aufgearbeitet wurde.*

Dasselbe gilt natürlich auch für den **Unternehmenskontext**. Man kann eine Umstrukturierung nicht kommunizieren, am nächsten Tag umsetzen und so tun, als wäre nichts passiert. Mitarbeiter\*innen sind hier in Phase 1 – dem Schock – und diesen gilt es zu verarbeiten, **Schritt für Schritt**. Das braucht **Zeit**, weil Rom wurde auch nicht über Nacht erbaut.

Sollte es einmal passieren, dass Mitarbeitende in einer **Phase verharren** – nicht verzweifeln. Oft hilft es, **darüber zu sprechen!** Gezielt **Fragen** stellen und gemeinsam an Lösungen arbeiten:

*z.B. Was brauchst du, um mit der Situation besser umgehen zu können? Wenn du deiner besten Freundin/deinem besten Freund davon erzählen würdest, was würde sie oder er sagen? Auf einer Skala von 1 bis 10, wie schlimm fühlst du dich in Bezug auf die Veränderung? Was brauchst du, um von x nach y zu kommen?*

Je nachdem, wie groß oder lebensverändernd etwas ist, macht es durchaus Sinn, sich bei solch einem Prozess **professionelle Hilfe** zu holen. Sei es intern bei Organisationsentwickler\*innen oder extern bei einem/einer Berater\*in oder Coach. Sie helfen, den **Veränderungsprozess** zu **starten**, ihn auf Spur zu halten oder anzupassen und auch die **Belegschaft** entsprechend **mitzunehmen**, damit es final zur **Integration** kommt.

#### Kommunikation & Zelebrieren

Während des Change-Prozesses ist es daher wichtig, offen über die **Herausforderungen** zu sprechen und die verschiedenen Phasen zu zelebrieren. **Verabschiedungen** sind genauso wichtig wie **Neuanfänge**! Nur wenn wir bereit sind, uns von Altem zu verabschieden, können wir Raum für Neues schaffen und die Chancen nutzen, die Veränderungen mit sich bringen.

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### Mein Fazit

In einer Welt, die sich unaufhaltsam verändert, liegt es an uns, die Kunst der Veränderung zu beherrschen. Lasst uns gemeinsam diesen Weg gehen und die Herausforderungen als **Chancen** begreifen, um zu **wachsen** und uns weiterzuentwickeln.

Ich habe bereits einige Unternehmen in Change-Prozessen begleitet. Eines bleibt gesagt, es gibt nicht die eine Art und Weise, wie man Veränderung in einem Unternehmen integriert. Mein Ansatz ist hier die Kombination des Phasenmodells von Elisabeth Kübler-Ross mit systemischer Arbeit, indem man Veränderungen aufstellt. Das bietet **spannende Einblicke** und zeigt oft **unerwartete Verstrickungen** auf, die man so nicht am Schirm hatte.
*Für mehr Einblicke ins Thema Organisationsaufstellung empfehle ich dir meinen [Blogbeitrag](https://hr-passionista.com/no-voodo-needed-organisationsaufstellung/) dazu.*

Warum ist das wichtig? Es spart Zeit, Geld & Ressourcen! Wenn man vorab hinter die Kulissen sieht und Situationen dadurch besser versteht, anstatt die eine oder andere Ehrenrunde drehen zu müssen. 

Mein größtes Learning in Veränderungsprozessen ist, es braucht **Zeit** und es muss immer wieder darüber gesprochen werden. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.

> *Weil ohne Veränderung kein Fortschritt.*